Hundeerziehung · Leinenführigkeit

Leinenführigkeit

Kennt ihr das? Wie oft sieht man Hunde die Herrchen oder Frauchen hinter sich her schleifen? Oder die kleineren Hunde, die zwar nicht die Kraft haben Menschen durch die Gegend zu ziehen, sich dafür aber halb strangulieren. Natürlich gibt es Besitzer die nichts dafür können. Besitzer die Tiere aus dem Tierheim oder Ausland haben und die auch daran arbeiten, dass es besser wird. Aber die meine ich nicht. Ich meine die Hunde von Besitzern die keine Lust haben mit ihrem Hund zu trainieren. Dabei ist die Leinenführigkeit gar nicht schwierig zu üben. Es kostet nur ein wenig Zeit.

Aber was heißt nun für mich vernünftig an der Leine gehen? Mir ist bewusst, dass jeder da eine andere Auffassung von hat. Hier also nun meine: Ich möchte, dass die Leine locker durchhängt und nicht auf Spannung ist. Bailey muss nicht immer akurat direkt neben meinen Beinen laufen. Dafür gibt es ja auch noch das Kommando ‚Fuß‘. Aber sobald ich die Leine kürzer nehme muss sie eben auch dichter bei mir laufen. Die Leine soll dabei nie straff sein. Ich finde das macht spazieren gehen viel entspannter.

Am einfachsten ist es ja bekanntlich, wenn man einem Hund vom ersten Tag an gewisse Regeln beibringt. Das gilt also auch für das an der Leine laufen. Wenn der kleine süße Welpe anfangs ziehen darf, ist es am Ende nur mehr Arbeit, wenn er nicht mehr darf, sobald er größer ist. Genau deshalb musste Bailey das locker an der Leine laufen direkt vom ersten Tag an bei uns lernen. Außerdem lernen die jungen Hunde viel schneller und alles was sie in der Zeit lernen prägt sich auch für später ein. Auch wenn Bailey wie eine kleine Pelzkugel aussah und man ihr am liebsten einfach alles durchgehen lassen wollte. Es ist ja auch echt süß, wenn so ein kleiner Welpe etwas entdeckt und mit seinen noch tapsigen Bewegungen unbedingt dahin möchte!

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Wie haben wir Bailey beigebracht an der Leine zu laufen?



Immer sobald die Leine auf Spannung war, weil der kleine Knirps irgendwo anders hin wollte sind wir sofort stehen geblieben. Einfach nur wie ein Stein der sich nicht mehr bewegt. Es ist hierbei auch nicht nötig mit der Leine zu ziehen oder zu rucken. Gerade bei den Welpen ist das eher schädlich für den empfindlichen Halsbereich. Außerdem führt das oft dazu, dass der Hund nur noch mehr zieht. Wenn das Hündchen also irgendetwas interessantes gefunden hat und dort unbedingt hin möchte, sollte man auch nicht mit dem Arm nachgeben. Kennt ihr dieses typische Bild von Hundebesitzern dessen Arm immer länger und länger wird? Das ist nicht Sinn der Sache. Also einfach stehen bleiben. Es dauert etwas, dann versteht der Hund aber auch, dass er mit ziehen nicht zum Ziel kommt. Er wird also einen Schritt zurückmachen oder sich hinsetzen. Sobald die Leine wieder locker ist geht es weiter. Gut möglich, dass der Jungspunt gleich wieder losprescht. Dann eben nochmal von vorne das Ganze. Also nochmal stehen bleiben. Klar das ist mühsam ich weiß. Aber am Ende zahlt es sich aus. Hunde sind intelligent und sie lernen, dass man mit ziehen nicht ans Ziel kommt und nur an lockerer Leine geht es weiter.

Dieses Training hat natürlich in den ersten Tagen bei uns dazu geführt, dass man für eine ganz kurze Strecke seeehr lange braucht. Aber Welpen dürfen ja eh nicht viel laufen am Anfang. Wichtig ist es dabei wirklich konsequent zu sein. Nur weil man sich mal beeilen muss oder schnell irgendwohin möchte sollte man das ziehen nicht plötzlich erlauben. Denn woher soll der Hund verstehen, dass er jetzt auf einmal ziehen darf und sonst nicht? In solchen Situationen LR (1 von 1)-25habe ich mir Bailey dann lieber kurz unter den Arm geklemmt, bevor ich die Fortschritte durch meine Inkonsequenz zunichte mache.

Mittlerweile ist Bailey 7,5 Monate alt und ich finde sie läuft sehr gut an der Leine. Klar gibt es auch bei uns Situationen wo sie zieht. Zum Beispiel auf dem Weg zur Hundeschule. Hundeschule ist ja toll und da möchte man ja schleßlich als Hund so schnell wie möglich hin. Dann heißt das aber nicht, dass ziehen plötzlich okay ist. Nein dann bleibe ich einfach wieder stehen. Wie damals, als sie noch ganz klein war. Heute reicht meistens 2-3 mal stehen bleiben und sie weiß wieder, was man eigentlich an der Leine macht. Genau entspannt neben einem Laufen.

Alternatives Training?

Es gibt natürlichLR (1 von 1) noch viele weitere Möglichkeiten seinem Hund bei zu bringen an lockerer Leine zu laufen. Das stehen bleiben hat sich bei uns einfach bewehrt. Eine weitere Methode die viele Hundebesitzer nutzen ist das Blockieren. Das bedeutet, sobald der Hund an einem vorbei läuft stellt man ihm seinen Fuß in den Weg oder blockiert ihn mit der Hand.

Bailey war einfach zu klein, um sie mit der Hand zu blockieren. Auch mit meinen 26 Jahren komme ich einfach nicht schnell
genug runter. Und mit dem Fuß hatte ich immer Angst die kleine Pelzkugel zu treten.

Am besten jeder schaut für sich mit welcher Trainingsmethode er am besten zurecht kommt. Bei uns hat es auch geholfen, wenn Bailey eine Strecke wirklich besonders gut an der Leine gelaufen ist, dass sie dafür auch mal ein Leckerchen als Belohnung bekommen hat.

15 Kommentare zu „Leinenführigkeit

  1. So habe ich mir das damals auch gewünscht. Leider hat sich Lilly recht schnell als sehr ängstlicher Hund entpuppt und gerade, wenn es an Straßen entlang ging, sehr stark gezogen. Für die Leinenführigkeit haben wir also etwas länger gebraucht. Stehen bleiben verursachte bei Lilly nur noch mehr Stress und so entschied ich mich für’s Blockieren, womit wir sehr schnell Erfolge erzielt haben. Aber so wie du schon geschrieben hast, ein Patentrezept gibt es wohl nicht und jeder muss seinen Weg finden 🙂

    Liebste Grüße und schöner Blog 😉

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  2. Ich hätte da mal eine ganz wichtige Frage! Bei unserem Zwergspitz ist es leider so, dass er vor einem halben Jahr eine furchtbar schlimme Erfahrung mit Hunden gemacht hat und immer wegrennen möchte sobald er einen Hund sieht, oder ihn teilweise aggressiv und zugleich ängstlich verbellt und ankläfft! Zudem geht er leider auch nicht mehr so gerne spazieren und krallt sich immer in dem Boden fest! Auch wenn einfach Leute ohne Hunde hinter uns gehen, dreht er sich die ganze Zeit um und ich muss ihn dann immer fast in jeder Situation irgendwie „hinter mir herzerren“ . Auch will er seitdem viel mehr selbst entscheiden, da er denkt, dass er die Situation übernehmen muss!
    Würde mich echt freuen wenn du uns helfen könntest oder Tipps für uns hast.

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    1. Das tut mir leid, dass ihr da so euer Hund so eine blöde Erfahrung gemacht hat. Aber da möchte und kann ich leider nichts zu sagen. Ich bin weder Hundetrainerin noch kenne ich dich und deinen Hund. Und Tipps könnten da jetzt noch mehr kaputt machen. Ich würde mir an eurer stelle einen Hundetrainer suchen und mit dem gemeinsam das Problem angehen. So ist es ja auch für euren Hund Stress. Viel Erfolg wünsche ich euch!

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  3. Bei Robbie ist das Lustige, dass er schon von Natur aus nicht an der Leine zerrt sondern gemütlich neben oder vor einem geht 😀 Er passt sich jedem Tempo an 🙂

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  4. Liebe Jasmin,

    wir haben unseren Mischlingsrüden Safran aus dem Tierschutz. Er ist ein Mix aus Windhund und Co 😁 Und Windhunde laufen wohl generell gut an der Leine – woher das kommt, weiss ich nicht. Auf jeden Fall ist auch Safran von Anfang an recht gut an der Leine gelaufen, doch es gab immer wieder Ausnahmen 😛 Wir haben eine tolle Trainerin gefunden, die uns viele hilfreiche Tipps mit auf den Weg gibt und uns „Hausaufgaben“ erteilt, die wir bis zum nächsten Training üben müssen. Leinenführigkeit ist gerade wieder das Thema und wir arbeiten mit dem Blockieren per Fuß und auch mal zusätzlich mit einem Händeklatschen auf die seitlichen Beinschenkel. Darauf reagiert Safran ziemlich gut, aber auch nur, weil wir das konsequent durchziehen. Das ist das Wichtigste in der Hundeerziehung: die Konsequenz, man darf nicht schwach werden. 😂

    Wie du siehst, habe ich weitergestöbert bei dir…😊😊 ganz lieben Gruss und schönes Wochenende, Denise

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  5. Wir haben in 2 Wochen unseren 2. Hund.Unser erster ist jetzt ’schon‘ 7 und wird im September 8 Jahre alt.Sie folgt uns prima!Manchmal möchte sie zwar nicht hören,doch das geht auch wieder vorbei.☺️Wir würden uns niemals einen 2. Hund anlegen, wenn wir mit unserem ersten Hund nicht zurecht kämen.Unseren ersten Hund haben wir geholt als sie ein paar Monate alt war.So ist es für uns am aller besten!👍🏻Wir waren mit ihr in der Hundeschule, die uns und ihr sehr viel gelehrt hat .So wie du es beschreibst, so stimmt es genau, viel mehr kann man dazu nicht sagen.Was ich allerdings nicht verstehe, dass sich Menschen einen Hund anschaffen, ohne irgendeine Ahnung davon zu haben& keine artgerechte Wohnung oder Garten zu haben.Naja, du machst es ja genau richtig🐶🐶
    LG Lea 🙂

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    1. Hi Lea, ich sehe das absolut so wie du. Für mich würde auch ein zweiter Hund erst in Frage kommen, wenn der erste gut erzogen ist. Und gerade die Leinenführigkeit kann man mit etwas Konsequenz super gut üben und der Hund begreift es schnell.

      LG

      Jasmin

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  6. Hallo,

    ich fände es noch sehr interessant, wie du dich vorbereitet hast. Falls das irgendwo auf dem Blog steht, verzeih mir. Also ich meine jetzt bevor ihr euch Bailey zugelegt habt. Hast du die Bücher gekauft und wenn ja welche fandest du hilfreich? und hast du bestimmte Tricks angewandt, wie du Bailey bezüglich bellen von Anfang an erzogen hast?

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  7. An der Leine zu gehen ist für Lina heute immer noch schwierig (inzwischen ist sie fast 2 Jahre). Meiner Meinung nach ist ihr das zu langweilig ^^ Sie jault ständig und sobald ein Auto in der Nähe ist geht so gut wie gar nichts mehr :/ Naja wird schon irgendwann werdenn 🙂 Danke für deinen Eintrag.

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