Bildbearbeitung · Fotografie · Lightroom

Wie ich Hundebilder mit Lightroom bearbeite

Genau das werde ich immer häufiger gefragt und heute möchte ich mal ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern. Ich bearbeite nämlich ausnahmslos alle meine Fotos mit dem Bildbearbeitungsprogramm Adobe Lightroom 5. (update: mittlerweile ist es Lightroom 6*).
 
Monty und Kenzie Bordercollies
Bilddaten: 1/160, F 4, ISO 200, 100mm

Für mich persönlich sind das Fotografieren und die Bildbearbeitung unzertrennlich. Auch wenn es genügend Verfechter der Kategorie ‚Out of Cam‘ gibt die das anders sehen. Natürlich sollten die Fotos möglichst schon beim Fotografieren gut sein, keine Frage. Denn auch ein total verhunztes Bild, kann man irgendwann nicht mehr mit der Bildbearbeitung retten. Für mich ist die Bildbearbeitung allerdings deshalb schon unerlässlich, da ich nicht in dem Format Jpg fotografiere (die Standardeinstellung bei Kameras) sondern in dem sogenannten RAW Format (das ist quasi das Negativ eines Fotos und enthält viel mehr Bildinformationen als eine Jpg Datei). Um nun also aus dieser RAW Datei (Roh Datei) überhaupt ein richtiges Foto machen zu können braucht man einen RAW Konverter oder ein Bildbearbeitungsprogramm wie eben Lightroom. Und da schließt sich der Kreis.

 

Ich habe angefangen mit Lightroom zu bearbeiten, da habe ich noch in den ganz normalen Jpg Formaten fotografiert. Also keine Sorge – Lightroom ist da genauso sinnvoll und ist nicht an den sogenannten ‚RAW Dateien‘ gebunden. Jedes Programm wirkt anfangs etwas verwirrend und es gibt sooo viele Knöpfe und Schalter und jeder hat eine andere Funktion. Wenn man das erste Mal vor dem Programm sitzt denkt man also zu recht: Hilfe! Das begreife ich ja nie!
Lightroom 5 Hundebilder Bearbeitung
Und doch finde ich Lightroom gehört zu den sehr anwenderfreundlichen Programmen. Ich selber bin kein Technikgenie und beschäftige mich ehrlich gesagt auch nicht so gern damit. Nachdem ich mir damals Lightroom angeschafft hatte (man kann es zum Beispiel bei Amazon kaufen) habe ich mir viele Youtube Videos angesehen und jedes Mal Neues dazu gelernt.

Für alle Einsteiger und Fortgeschrittene in Sachen Lightroom, kann ich absolut die Youtube Tutorial Reihe: LaKe Lightroom Tutorials empfehlen. Dort werden sehr anschaulich Stück für Stück alle Möglichkeiten erklärt die Lightroom so bietet. Und nachher wisst ihr nicht nur, dass der Regler dies oder jenes tut, nein ihr versteht auch warum er das macht. Und genau dieses Wissen ist super hilfreich, um bei seinen Fotos entscheiden zu können, was nötig ist. Mir haben diese Tutorials das Können rund um Lightroom erst so richtig beigebracht.

LR (1 von 1)-2.jpg
Bilddaten: 1/1250, F 2,2, ISO 200, 100mm
 
Mit der Zeit habe ich natürlich ein wenig meinen eigenen Stil in der Bildbearbeitung entwickelt und es gibt Regler in Lightroom die benutze ich zwingend jedes Mal und dann gibt es welche die behandle ich eher Stiefmütterlich. Aber das ist auch okay.

Ich denke aus meinen Fotos könnte ein richtiger Bildbearbeitungsprofi auch noch eine ganze Menge mehr rausholen, aber ich bin mit dem was ich kann schon recht zufrieden.

Sheltie Bailey LR vorher nachher.png
hier mal ein extremer vorher / nachher Vergleich

 

Wie bearbeite ich?

Ich möchte euch hier mal kurz erzählen, was ich eigentlich standartmäßig bei jedem Foto mache.

Es gibt bei mir also quasi eine „Grundbearbeitung“ die so ziemlich jedes Foto durchläuft. Auf dem Bild unten seht ihr meine Einstellungen, wenn ich bei einem Foto schon wirklich etwas mehr verändern muss. zum Beispiel weil es zu dunkel oder farblos ist. Das sind übrigens die Daten von dem vorher / nachher Bild von Bailey oben.

Regler in Lightroom

Ich fange mal von oben nach unten an zu erklären.

Temperatur: oft macht es Sinn die Temperatur etwas zu verändern. In diesem Beispiel habe ich es nicht gemacht, aber bei vielen Bildern schiebe ich diesen Regler ein wenig nach rechts. Das macht die Temperatur im Bild ein wenig wärmer und freundlicher. Es kann auch bei einem Blaustich im Bild helfen. Gerade bei schwarzen Hunden hat man den öfter.

Tönung: Benutze ich eher selten. Meistens nur, wenn ich das Gefühl habe mein Bild hat einen Grün oder Pinkstich, dann verschiebe ich den Regler dementsprechend in die andere Richtung,

Belichtung: Der Punkt ist recht selbsterklärend und meint die Helligkeit im Foto. Nur passt auf, wenn ihr zu dunkle Bilder stark aufhellt kann es passieren, dass das Bild dann ‚rauscht‘. Mit rauschen meint man, wenn überall diese Körner im Foto sind. Hier ein Beispiel:

Hier sieht man das Rauschen anhand der Körner gut

Kontrast: Das bedeutet, dass die Unterschiede von Hell zu Dunkel stärker hervorgehoben werden. Gerade bei Tierfotos macht sich ein höherer Kontrast oft gut. Bei Menschen, gerade bei Frauen, sollte man den Kontrast nicht zu hoch machen. Da möchte man die Bildwirkung ja eher zart und weich haben.

Lichter: die drehe ich oft sehr weit runter. Dadurch kommt in z.B. helles Fell oder einen hellen Himmel wieder mehr Struktur rein. Manchmal sieht es komisch aus, wenn man die Lichter runterdreht. Alles wirkt matter und nicht so kontrastreich. Aber sobald andere Regler wieder verändert sind hebt sich dieser Effekt wieder auf.

Tiefen: Dadurch werden dunkle Stellen im Bild aufgehellt. ich schiebe ihn fast immer ein wenig nach rechts.

Weiß: hiermit könnt ihr weißes noch mehr hervorheben oder rausnehmen. Ein Tipp: drückt dabei die Alt Taste, dann seht ihr genau, wenn etwas anfängt in eurem Bild zu weiß zu werden. Zu weiß bedeutet, dass der Bereich im Foto überstrahlt und keine Struktur mehr hat.

Schwarz: Hier passiert dasselbe wie beim ‚Weiß‘ nur das eben das Schwarz kräftiger oder eben abgeschwächt wird. Auch hier solltet ihr die ‚Alt‘ Taste gedrückt halten. Dann erkennt ihr sobald Bereiche im Foto ‚absaufen‘.

Klarheit: Einer meiner Lieblingsregler! Ich benutze ihn immer. Und zwar wird er bei Tierfotos von mir immer eine ganze Ecke nach rechts gezogen. Dadurch kommt die Struktur vom Fell schön zur Geltung.

Dynamik: Verstärkt die Farben im Bild. Dabei werden nicht alle Farben gleich verstärkt sondern vorrangig die, die eh schon stärker vertreten sind. Wirkt oft natürlicher als der Regler Sättigung und gehört definitiv zu meinen ‚Must have‘ Reglern in Lightroom.

Sättigung: Alle Farben im Bild werden kräftiger.

So das soll’s erst einmal gewesen sein.

banner.jpg
Bilddaten: 1/500, F 2,2, ISO 800, 100mm

Noch ein Hinweis zum Schluss:

Ärgert euch nicht, wenn ihr die Regler verschiebt und es passiert nicht so viel wie bei meinen Fotos. Da ich in dem Dateiformat RAW fotografiere sind mehr Bildinformationen enthalten. Das meint auch, dass ich viel mehr verändern kann. Wenn ihr ein normales Jpg Foto habt sind die Möglichkeiten etwas begrenzter. Das erkennt ihr auch schon daran, dass die Zahlen die bei den Reglern stehen deutlich geringer sind.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Ausprobieren!
 * hierbei handelt es sich um einen Affiliate Link
 

38 Kommentare zu „Wie ich Hundebilder mit Lightroom bearbeite

  1. Toller Artikel, macht richtig Lust, tiefer in die Thematik einzusteigen! Deine Fotos sehen ja auch immer klasse aus… jetzt versteh ich warum 😉 klar, dass ich aus meiner iPhone 5s Kamera nicht so viel rausholen kann, trotz Bearbeitungs-Apps… Bin ja echt am Überlegen vielleicht wirklich mal eine „echte“ Kamera???? Danke für die Infos, find ich super, dass Du das so ausführlich beschreibst! Da können Neueinsteiger besser loslegen 🙂 LG Eddies Frauchen

    Gefällt 2 Personen

    1. Das freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefällt 🙂 es wird in Zukunft auf jedenfall auch noch mehr zu dem Thema Fotografie kommen. Ja die Handykameras und Apps können heutzutage wirklich viel! Und praktisch sind sie – man hat sie immer dabei! Aber die Bildqualität ist mit einer richtigen Kamera doch nochmal was ganz anderes. Ich liebe meine Spiegelreflexkamera einfach 🙂

      Gefällt 1 Person

  2. Klasse Beitrag! Echt sehr informativ. Das Programm scheint wirklich gut zu sein, denn deine Bilder sind immer total schön. Das Vergleichsbeispiel ist ja echt krass. Was für einen Unterschied Bildverarbeitung macht! 😌

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  3. Toller Beitrag und die Bilder sind echt wunderschön 🙂
    Im Moment arbeite ich noch mit Photoshop und mit Photoscape, möchte aber bald mal Lightroom ausprobieren.
    Ich habe das Glück, dass in meiner Arbeit ein Lightroomkurs angeboten wird. Hoffe nur, dass ich einer der begehrten Plätze ergattern kann 😀

    LootieLoos Plastic world

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  4. Einen tollen Blog hast du gemacht. Und danke für die vielen Tipps rund um das fotografieren. Wir haben uns jetzt auch eine canon gekauft. Aber das wird wohl noch 100 Jahre dauern eh ich so schöne Bilder hingekommen.
    LG Jacky und Luna

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  5. Vielen Dank für den Beitrag 🙂 Ich habe schon länger mit Lightroom geliebäugelt, auch wenn ich nur eine kleine Kompaktkamera habe – die aber immerhin Bilder im RAW-Format aufnehmen kann. Ich denke ich werde mir die Testversion mal runterladen und gucken, ob es mir gefällt – dafür hilft mir dein Beitrag bestimmt weiter 🙂 Danke auch für den Link auf Youtube, hört sich sehr interessant an!

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  6. Vielen lieben Dank für die Tipps. Bei Amazon gibt es das neue Programm 6 dann schon für über 100 Euro. Das ist angemessen, aber ich hörte immer wieder, dass 5 besser ist und schneller arbeitet. Ich habe zum Beispiel ab und an Parfüm fotografiert, und dann bei lightroom nachbearbeitet, wenn man das dann klarer einstellt, ist das ein unterschied wie Tag und Nacht, ich liebe Lightroom auch, nutze es aber nicht immer, dank dir bin ich auf jeden Fall bald wieder am bearbeiten. Man kann vor allem schöne Vorgaben machen, und man muss nicht immer alles wieder aufs neue ändern bei jedem Bild.

    lg nancy

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  7. Liebe Jasmin

    Bin über Instagram über deinen Blog gestolpert 😊 Hundefotografie gefällt mir sowieso, da ich selbst einen grossen Hund habe, und Fotografie ist meine grosse Leidenschaft neben Hund, Katzen und Freund 😉 Ich finde es toll, dass du die Fotografie mit in deinen Blog noch mehr aufnehmen möchtest – es ist immer informativ und toll, wenn man von anderen lernen und sich austauschen kann! Umso mehr Spass macht es. Ich arbeite ebenfalls mit Lightroom, der Version 6, und mit Photoshop – wir haben die Variante gewählt, beide Programme jährlich zu mieten (immer die aktuellsten Versionen). Und das kostet gar nicht so viel, wenn man es auf das Jahr hoch rechnet. Ich liebe Lightroom und die Vielfältigkeit, wie man es einsetzen kann. Man bekommt wirklich so viel mehr aus seinen Bildern raus – ja auch nur noch im RAW Format wird fotografiert😀 Man muss aber ein Auge für gute Motive haben, sonst wirkt ein Foto selbst mit LR bearbeitet nicht, wie du selbst geschrieben hast.

    Weiter so und ich bin gespannt auf weitere Blog Einträge zur Fotografie! 😊

    Lieben Gruss aus der Schweiz
    Denise

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    1. Hallo liebe Denise,
      Fotografieren ist einfach toll und ich mache es so gern! Darüber lässt sich super die Kreativität ausleben ☺️. Und zum Thema Fotografie habe ich noch einiges geplant zu schreiben.
      Lg
      Jasmin

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  8. Liebe Jasmin
    Ich folge dir auch auf Instagram schon ewig und bin begeistert von deinen Fotos! Deine Blogbeiträge sind sehr informativ und spannend❤️
    Ich habe vor mir ebenfalls die Canon Eos 700d zu kaufen👍
    Lg M.

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  9. Hallo Jasmin,

    bin mal zufällig über diesen Beitrag gestolpert 🙂
    Ich kenne dich schon seit du mit Insta angefangen hast, und ich habe deine Bilder total gemocht…
    aber ich (und ich denke ich bin nicht die einzige) habe das Gefühl dass du deine Bilder nicht mehr so machst und bearbeitest wie früher. ich empfinde es so, dass du Fotos nur noch auf masse schießt, also nach dem Motto „Hauptsache ich haue heute drei Fotos raus, egal wie sie aussehen“.
    das ist kein hate oder so, sondern sieh es als konstruktive Kritik weil ich finde wenn man so erfolgreich ist wie du sollen die Bilder auch nach etwas ausschauen, und nicht einfach irgendwie rausgehauen.

    und noch ein tipp: achte beim bearbeiten auf die ca’s , bei einigen Bildern sieht man die echt stark.

    LG Katharina und Sammy (@little.sammy)

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    1. Hallo liebe Katharina, vielen Dank für deinen Kommentar. Ehrlich gesagt überrascht er mich sogar etwas. Da ich früher meistens 3 Fotos am Tag gepostet habe und häufiger das Gefühl hatte die Bilder ähneln sich zu sehr, aber ich ‚muss‘ ja 3 Stück zeigen. Seit einiger Zeit ist es häufig nur noch ein Foto am Tag was ich zeige, weshalb ich auch genauer Auswähle welches ich poste, häufig versuche ich auch eines zu wählen, was immer zu dem jeweiligen Text passt und möglichst nicht den vorherigen gleicht. Aber dein Kommentar bringt mich zum nachdenken und ich werde mal meine Instagramseite runterscrollen und gucken, ob ich auch das Gefühl habe, dass sich meine Fotos doch irgendwie verändert haben.

      LG

      Jasmin

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  10. Bearbeitest du deine Fots noch mit Lightroom 5 oder hast du schon das Upgrade zur Version 6? Ich überlege mir zurzeit, auch mit der Bildbearbeitung zu beginnen…
    Speicherst du deine Fotos auf der Kamera nur im RWA Format ab oder speicherst du JPEG+RAW? Bis anhin habe ich alles im JPEG gespeichert…
    Vielen lieben Dank für deine Antwort =)

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  11. Hallo Jasmin,
    nachdem ich deinen Blogbeitrag durchgelesen habe bin ich direkt zu Amazon und habe geguckt was Lightroom denn so kostet. Erlich gesagt die Preise haben mich schon etwas geschockt (Lightroom 6 sollte dort über 100€ kosten) deshalb habe ich im Netz gestöbert und bin auf die seite Adoble gekommen. Dort soll mann Monatlich für Lightroom etwa 12€ bezahlen. Ist diese Variante zu empfehlen oder findest du die Amazon Variante besser?
    LG
    Maike 🙂

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    1. Hallo liebe Maike,

      Ja der Preis ist nicht gerade günstig. Es ist eben ein professionelles Programm mit dem auch die meisten Beruflichen Fotografen arbeiten :).
      Ob nun Abo oder einmal kaufen ist natürlich Geschmacksache. Kann man es denn jederzeit kündigen?
      Wenn das Abo ein Jahr läuft hat man ja dasselbe bezahlt wie beim einmaligen Kauf.

      Lg

      Jasmin

      Gefällt 1 Person

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