Bailey · Rassehund · Sheltie

Rassestandard Sheltie – wie ist ein Sheltie so?

11055872_674687659319835_1625908313_n.jpgMir werden oft Fragen rund um die Hunderasse Sheltie gestellt. Unter anderem, was Shelties für einen Charakter haben und ob sie zu jeder Familie passen. Bevor Bailey bei uns einzog habe ich sehr viel über Shelties im Internet gelesen und ich habe auch ein Rassebuch zu Hause. Für mich war es nämlich sehr wichtig einen Hund zu finden, der wirklich zu uns passt. Ich wollte einen Familienhund mit dem wir aber auch Sport machen können, der allerdings kein Problem damit hat, wenn es mal einen ruhigeren Couchtag gibt.

Wie wir auf die Rasse Sheltie gekommen sind, davon habe ich bereits in einem anderen Beitrag berichtet.

Hier möchte ich euch einmal erzählen, was so einen Sheltie eigentlich ausmacht und gleichzeitig werde ich zu jedem Punkt sagen, ob Bailey dem Rassestandard entspricht oder nicht. Denn eines ist klar: nicht jeder Sheltie ist gleich Sheltie!

 

Shelties sind klein

Das ist natürlich Definitionssache.  Ab wann ist ein Hund denn klein?

Shelties sind vom Rassenstandard zwischen 35,5cm (Hündinnen) und 37cm (Rüden) groß. 2,5 cm Abweichungen nach oben und unten sind im Standard erlaubt.

Dabei sind Shelties allerdings regelrechte Wundertüten. Es gibt immer mal wieder Ausreißer nach oben oder unten.

Bailey ist mit ihren Ca 35,5 cm im Standard und sie wiegt aktuell 5,2kg. Ich finde sie nicht klein sondern handlich.

Sheltie und Cokerspaniel
Bailey mit ca 7 Monaten, neben Knut (ein Sheltierüde ca 42cm goß) und Lenny einem Cocker Spaniel

 

Shelties sind gelehrig

Ich habe zwar keinen Vergleich, da Bailey unser erster Hund ist, aber vom Gefühl her würde ich da zustimmen. Sie hat unheimlich viel Spaß daran neue Dinge zu erlernen. Manchmal bin ich selber überrascht wie schnell sie etwas lernt. Auch unsere Hundetrainerin ist oft begeistert von ihr. In der Welpenstunde wurde sie immer liebevoll: unser kleiner Streber genannt.

Es wundert mich daher nicht, dass in vielen Büchern und auch auf Internetseiten dazu geraten wird, dass ein Sheltie eine Aufgabe braucht. Die kleinen Fellknäuel haben Spaß daran etwas zu tun. Zum Beispiel einen Hundesport, Dogdancing, Wandern… Sie lassen sich für so ziemlich alles begeistern. Und ein Sheltie mit einer Aufgabe ist auch ein glücklicher und ausgeglichener Hund. Er braucht allerdings auch nicht jeden Tag Action und genießt auch mal einen Tag auf der Couch.

 

Hund auf der Couch

 

Genau dieses Verhalten kann ich auch von Bailey bestätigen. Ich übe gern Tricks mit ihr oder sie darf Model für meine Fotos spielen. Wenn wir aber mal einen Tag ’nur‘ spazieren gehen, dann ist das auch vollkommen okay für sie. Ich glaube sogar, dass Hunde auch mal so eine Auszeit brauchen. Ein Tag an dem einfach mal nichts passiert.

 

Shelties brauchen viel Bewegung

Jein. Also als Welpe ist das natürlich eh etwas eingegrenzt (Faustregel je Spaziergang 5 Minuten pro Lebensmonat). Ich finde Shelties sind ein tolles mittelmaß, was die Bewegung angeht. Sie können richtig Gas geben und man kann so ziemlich jede Hundesportart mit ihnen machen. Aber in der Wohnung oder auch wenn man mal krank zu Hause im Bett liegt, können Shelties super entspannen und einfach mal nichts tun. Für uns war es nur wichtig, da Shelties zu den aktiven Hunderassen gehören, dass Bailey schon früh lernt, dass auch einfach mal nichts passiert. Wenn es nach ihr ginge könnten wir nämlich jeden Tag Wettrennen veranstalten, stundenlang spielen und am besten noch eine Runde Dummy Arbeit oben drauf legen. Aber wenn wir eben auch einmal nur kurze Spaziergänge machen, muss das auch okay sein. Und das ist es auch für sie.

Aber nichts desto trotz liebt Bailey das Rennen. Mit einem anderen Hund, um die Wette zu laufen oder einem Spielzeug hinterher zu flitzen findet sie großartig!

Ich werde zum Beispiel dieses Jahr anfangen mit ihr Agility zu machen und freue mich schon riesig drauf. Bailey liebt rennen und haken schlagen und ich glaube wir zwei werden viel Spaß haben.

 

IMG_9867.jpg

 

Shelties sind reserviert

Reserviert bedeutet, dass ein Hund zurückhaltend ist. Er mag es also zum Beispiel nicht von jedem gleich angefasst zu werden. Ängstlich sind Shelties dabei eigentlich nie.
Das trifft allerdings alles gar nicht auf Bailey zu! Sie liebt jeden und alles. Sie freut sich tierisch über Besuch egal ob sie denjenigen kennt oder nicht. Wir haben aber auch darauf geachtet, dass sie aus einer Linie von aufgeschlossenen Shelties kommt. Als wir damals das erste Mal unsere Züchterin besucht haben, kamen direkt alle 6 ihrer erwachsenen Shelties auf uns zu, um uns zu begrüßen. Keiner machte auf mich einen zurückhaltenden Eindruck. Im Gegenteil.

Ich kenne allerdings Shelties die sind Fremden gegenüber wirklich zurückhaltend. Neben der Zucht kommt es auch auf die Sozialisierung und Prägung in den ersten Wochen an. Ich wollte einen aufgeschlossenen Hund, deshalb habe ich auch allen Passanten erlaubt Bailey zu streicheln. Sie fand es toll und liebt Aufmerksamkeit von Fremden heute noch immer.

Nachteil: ich muss ihr jetzt beibringen, dass man nicht zu jedem Spaziergänger rennt. Da habe ich es eventuell in der Welpenzeit etwas zu gut gemeint mit dem Kontakt zu fremden Menschen.

 

verschiedene Shelties
ein Treffen mit komplett unterschiedlichen Shelties, als Bailey ca. 5 Monate alt war.

 

Shelties bellen viel

Ja das kann ich unterschreiben. Aber mit Konsequenz kriegt man das ganz gut in den Griff. In der Wohnung wird bei uns so gut wie gar nicht gebellt. Draußen beim Spielen mit anderen Hunden darf sie dann.

Derzeit arbeiten wir daran, dass bellen an der Leine tabu ist. Aber wie gesagt noch arbeiten wir daran ;).

 

Shelties sind sensibel
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Klein aber Oho!

Hmmm… ich weiß nicht ob das im Alter kommt, aber bisher ist mir das bei  Bailey noch nicht aufgefallen. Ich muss manchmal schon sehr deutlich werden wenn sie etwas nicht darf und dann guckt sie mich einfach nur mit großen Kulleraugen an. Aber die Geschichten, dass Shelties regelrecht seelisch zusammenbrechen wenn man mit ihnen meckert, dass haben wir hier noch nicht festgestellt. Allerdings weiß ich, dass es diese Shelties sehr wohl gibt und ich glaube wir haben einfach ein besonders taffes Exemplar.

 

 

 Shelties sind rassisten

Ich kenne so einige Shelties die wirklich nur mit ihresgleichen spielen. Das liegt häufig auch daran, dass Shelties wenig körperlich spielen und am liebsten rennen. Viele andere Hunde sind einfach zu grob.

Bailey ist bisher kein Rassist. Sie versucht jeden zum Spielen aufzufordern, aber das Rennen gehört definitiv zu ihrem Lieblingsspiel.

 

LR (1 von 1)
Bailey mit Mischlingshündin Lotti

 


Sheltiefell ist pflegeleicht

Ich finde es tatsächlich pflegeleichter als es aussieht! Wir bürsten sie einmal die Woche durch. Nur hinter den Ohren wo das Haar sehr fein ist öfter. Dort verknotet es schneller. Ansonsten fällt getrockneter Dreck einfach ab und Bailey haart fast gar nicht. Wir haben bisher aber auch noch keinen Fellwechsel mit ihr durchlebt. Da bin ich schon sehr gespannt drauf.

Update: Mittlerweile haben wir den ersten Fellwechsel durch. Hier habe ich bestimmt alle 2-3 Tage gebürstet und so einiges an dicker Unterwolle rausgeholt.

 

wunderschönes pflegeleichtes Sheltiefell
Bailey im Januar 2016

 

15 Kommentare zu „Rassestandard Sheltie – wie ist ein Sheltie so?

  1. Oooh da kannst du nur gespannt sein wir haben immer totale Probleme mim Fellwechsel und das ganze mit einen golden retriever Labrador Mischling da müssen wir 4x in der Woche raussaugen. Ich wünsche dir das es bei dir anders wird 😊

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  2. Der Fellwechsel ist bei unserem Connor recht einfach. Allein verliert er da wenig ,aber einmal mehr kämmen und alles gehtgut raus. Sensibel würd ich jetzt nicht sagen, doch sehr feinfühlig . Wenn er was gemacht hat merken wir das gleich 😂 dann ist er ganz stickum . Gut geschrieben noch einen schöne n Tag

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  3. Meiner Meinung nach kann man den faulsten Hund,bzw die faulste Hunderasse ,vom Welpenalter an so „hyperaktiv“ machen, wie es auch mit einem Nieder Collie, Sheltie,… geht. So wie Du das gemacht hast mit dem „Chillen ist okay aber rennen muss auch mal sein“ so finde ich persönlich das echt gut :). Manche Leute schaffen sich ja auch einen Hund an der von Natur aus sehr Bewegungsfreudig ist -wissen das- und unterstützen das viel zu stark, zB in dem sie schon am 1./2. Tag direkt viel Rennen mit dem Hund und dieser wenig zur Ruhe kommt. Wenn der Hund dann erwachsen ist geben sie ihn ab oder wundern sich Warum der Hund keinen Couchtag akzeptiert. Solche Leute sind mir ein Rätsel😅
    Liebe Grüße☺

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    1. Wir mussten Bailey auch anfangs ‚Ruhe‘ beibringen. So schwer es gefallen ist muss man das Hündchen auch einfach mal ignorieren :). Ich glaube sie wäre ein Hund gewesen die man auch durchaus hätte zu einem Hyperaktiver Hund heranziehen können.

      Lg
      Jasmin

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  4. Das mit dem Rassist wirklich bei fast jedem so😅Und ich finde es auch so das sie lieber fangen spielen als Wie zb Labbi’s lieber toben und Rolzen😊Ich finde euch so klasse ich hätte euch so so so gerne euch als Besitzer unserer Hundis😍😢

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  5. Ein sehr toller und treffender Artikel, den ich so nur unterschreiben kann. Bailey scheint genau wie Nala zu der „neuen“ Generation Shelties zu gehören, denn im Agility (für die sie ja inzwischen oft gezüchtet werden) kann man ja kein ängstliches Sensibelchen gebrauchen. Ich muss sagen, dass ich dagegen auf Ausstellungen sehr sehr oft verschüchterte Angsthasen treffen, die dann leider meistens auch die vorderen Plätze belegen. Fellwechsel ist beim Sheltie übrigens gar nicht so schlimm, denn es liegen meistens nicht die einzelnen Haare rum sondern einfach Fellbüschel die man so aufsammeln kann. Trotzdem kann ich sagen, dass sie wahrscheinlich mit dem Alter auch zwischen den Fellwechseln etwas mehr haaren wird, zumindest war es bei Nala so. Aber das ist immernoch nichts gegen den Terriermix von meinen Eltern 😀

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